»Das Leben ist ein Zirkus.«
— Rana 

Rana (19) leitet gemeinsam mit zwei anderen das Mädchenteam von Kicken ohne Grenzen in Graz. Für LUV Graz spielt sie Fußball in der Zweiten Bundesliga.
Sie arbeitet am Flughafen und möchte einmal studieren. Rana beschreibt sich als selbstbewusst, spontan und aufmerksam.

 

Geburtsort
Graz

Ausbildung / Beruf
→ Flughafenbodenpersonal, Flughafen Graz

Wie ich mich selbst beschreibe? Darüber könnte ich einen Roman schreiben. Ich bin eine Mischung aus schüchtern und nicht schüchtern. Ich bin introvertiert und selbst- bewusst. Ich bin lebensfroh und mag es, das Positive zu sehen. Egal, was passiert – ich denke mir: Es sollte so passieren.

      Im Sommer 2024 hat mich meine Freundin Alaha zu einem Kennenlerntag von Kicken ohne Grenzen nach Wien mitgenommen. Jetzt bin ich seit einem Jahr dabei. Die schönsten Erlebnisse mit Kicken ohne Grenzen hatte ich in Melk und in Köln. In Melk war ich bei der Youth Leader Academy. Das war richtig lustig. Wir haben uns sehr gut verstanden. Ich hoffe, die Memories bleiben für immer. In Köln war ich beim Workshop »Switch the Pitch«. Es ging um Inklusion, Diversität und Antirassismus im Fußball. Die Gruppe war toll und ich habe neue Menschen kennengelernt

      Seit Herbst 2024 leite ich gemeinsam mit zwei anderen das erste Grazer Mädchenteam von Kicken ohne Grenzen. Melina hat mich und Alaha gefragt, ob wir das machen möchten.

»Es ging um Inklusion, Diversität und Antirassismus im Fußball. «

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Wir spielen beide Fußball und ich habe auf der Schule eine Ausbildung zur FIT-Instruktorin gemacht. Wir fanden die Idee cool. Das Team ist noch klein. Die Mädchen sind zwischen zehn und 14 Jahre alt. Es macht Spaß, mit Kindern zu arbeiten. Sie können einem den Tag versüßen. Mir ist wichtig, dass alle beim Training Spaß haben und glücklich nach Hause gehen.

      Ich spiele schon lange Fußball, mein Papa ist Trainer. Aber ich habe mich nie getraut, zu einem Verein mit Jungs zu gehen. Erst mit 16 habe ich mich angemeldet. Seit fast vier Jahren spiele ich nun bei LUV Graz in der Zweiten Bundesliga und in der Oberliga.

      Am Fußball begeistern mich die Emotionen. Vor Kurzem hatte ich einen schlechten Tag, dann ging ich zum Training, und nach zehn Minuten waren meine Emotionen umgewandelt. Ich hatte richtig viel Power und war glücklich. Ich habe gecheckt, was Fußball einem geben kann. Kicken ohne Grenzen ist eine tolle Organisation. Hier wird nicht herabgeschaut auf Geflüchtete. Man merkt, dass die Leute im Verein mit dem Herzen dabei sind. Ich hoffe nur das Beste für sie.

»Ich habe gecheckt, was Fußball einem geben kann.«

      Ich bin in Österreich aufgewachsen, meine Eltern kommen aus Ägypten. Leider habe ich Erfahrungen mit Rassismus gemacht – die meisten in jungem Alter. Das ist richtig krank. Wie kann man einen Menschen wegen seiner Herkunft anmotzen? Fußball hat mir sehr geholfen, mein Selbstvertrauen zu stärken.

    2024 habe ich an einem Sport-Gymnasium maturiert. Seit Kurzem arbeite ich beim Flughafen am Check-in. Das ist richtig cool. Man lernt neue Menschen kennen. Ich bin mit einer Freundin zum Recruiting Day gegangen. Das Bewerbungsgespräch habe ich nur aus Spaß gemacht. Und dann hatte ich den Job.

      Ich glaube, dass ich einmal studieren will, aber ich weiß noch nicht was. Ich habe so viele Interessen. Weil ich gerne mit Kindern arbeite, habe ich über Lehramt nachgedacht. Aber ich habe Angst, diesen Schritt zu gehen und dann zu merken, dass es vielleicht doch nicht das ist, was ich will.

      Ich bin sehr spontan. Man weiß nie, was passiert.
Das Leben ist ein Zirkus. Es ändert sich alles immer so schnell. Ich hoffe, dass ich mich nicht verirre im Leben.

 

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»Wie kann man einen Menschen wegen seiner Herkunft anmotzen?«

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Fotos: Karo Pernegger

Interviews: Birgit Riezinger

Diese Geschichten wurden im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums von Breaking Grounds protokolliert.